No.50



Concours littéraire national 2009

oder:

Wenn etwas schief gehen soll,
so geht es so schief,
wie es nur schief gehen kann

ZUERST DIE OFFIZIELLE MITTEILUNG DES KULTURMINISTERIUMS

En automne 2008, le ministère de la Culture avait lancé la 30e édition du Concours littéraire national en demandant aux auteurs luxembourgeois, ou résidents au Luxembourg, d’introduire un libretto pour juillet 2009.

Sur les sept contributions reçues à la date de clôture, le jury du concours 2009 composé de Camille Kerger, Carole Lorang, Sandra Schmit, Andreas Wagner et Josée Zeimes vient de primer le libretto pour enfants "Riesenangst und Mäuseherz" d'Ela Baumann et lui a attribué une mention spéciale.

Ce texte prometteur a su convaincre par son originalité, sa sensibilité, une grande flexibilité dans la distribution des rôles ainsi que par la valeur pédagogique incontestable du sujet commenté de différents points de vue.

Le Concours littéraire national 2010 sera consacré au roman. Son règlement est disponible ici.

Informations supplémentaires au tél.: 247- 88613 Denise Besch.

Fazit: gerade mal 7 Einsendung, kein Preis, keine Preisfeier in Mersch, ein sang- und klangloser Untergang, eine kulturministerielle Blamage, nicht wahr, Frau Denise Besch?


DAZU DER KOMMENTAR VON GEORGES HAUSEMER IN SEINEM BLOG

  • Esch-au-Lac. Nun haben wir den Schlamassel! Heute stehen die Resultate des diesjährigen nationalen Literaturwettbewerbs in der Zeitung. Pardon, es ist ein einziges Resultat, und das lautet: Niemand hat gewonnen, niemand! Ganze sieben Teilnehmer hatten sich mit ihren Beiträgen um die Auszeichnung beworben, keinen einzigen davon befand die Jury für würdig, mit dem ersten Preis belohnt zu werden. Vergeben wurde nur eine „mention spéciale“ – aber wenn deren Empfängerin den besten Text von allen abgeliefert hat, wieso kam sie damit dann nicht auf die oberste Stufe des Treppchens und wurde bloß mit einem lächerlichen Trostpreis abgespeist? Ja, abgespeist ist das passende Wort. Auch lächerlich entspricht bestens der Art und Weise, wie das hiesige Kulturministerium mit einheimischer Literatur und luxemburgischen Autoren umzugehen pflegt. Und überhaupt: Libretto! Als wäre das jemals ein eigenes literarisches Genre gewesen! Oder sollte da jemand einen roten Teppich ausgerollt bekommen? Sollte da etwa ein Funktionär perfiderweise seine persönlichen Interessen vorgeschoben haben? Nun, in einer Hinsicht ist der Schuss kräftig nach hinten losgegangen: Es wird nicht, wie in all den Jahren zuvor üblich, zu einer offiziellen Preisüberreichung im Literaturzentrum in Mersch kommen, weder eine Ministerin noch ihre Stellvertreterin wird sich hinter Mikrofone und vor Kameras schieben und die leider ebenfalls üblichen Belanglosigkeiten von sich geben können. Selber schuld. Doch im Grunde ist auch nichts anderes von Leuten zu erwarten, die keinen blassen Schimmer von dem haben, mit dem sie sich ihre üppigen Gehälter verdienen. In diesem Fall haben sie sich jedenfalls nichts anderes als schallendes Gelächter verdient.

    © Georges Hausemer 25.11.2009 - http://www.georgeshausemer.com/ (Blog)
    (Die Hervorhebungen sind von der Internet-Redaktion)



    Dazu auch unser Kommentar:


    Das alles geschieht genau zu dem Zeitpunkt,
  • da die zuständige Beamtin im Kulturministerium, die ihr Gehalt von Steuergeldern bezieht - also auch denen der schreibenden Zunft, die noch zusätzlich von der Steuerverwaltung bestraft wird, wenn sie mit ihren Büchern ein paar Cents verdient -, nach freiem Gutdünken Autoren, die noch einen weiteren Beruf haben, nur die Hälfte der sowieso schon lächerlichen ministeriellen Gelder zukommen lässt, wenn sie für das Ministerium "auf Mission sind": 125 EUR statt 250 EUR!,
  • da eine geplante Anthologie "aufs Eis" gelegt werden soll, weil die verantwortlichen Herausgeber die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Falle, die Verleger gemacht haben,
  • da Guy Helminger, der in Deutschland lebt und weiß, wie Schriftsteller dort behandelt werden, einen Aufruf an die Kolleginnen und Kollegen macht, sich nicht mehr unter Wert zu verkaufen, - weder einem Kultur-, resp. einem Schulministerium, noch einer Schule oder andern Veranstaltern gegenüber,
  • da andere jährliche Anthologieherausgeber (E Buch am Zuch) immer noch darauf hoffen, dass die Autoren und Verleger ihnen Texte gratis zur Verfügung stellen für eine "Gratis"-Anthologie,... wobei diese doch wohl den geringsten Ausgabeposten im Budget der CFL darstellt.

    Es ist demnach an der Zeit,
  • dass die Autoren via LSV und mit persönlichen Stellungnahmen an die Öffentlichkeit gehen - Presse, Rundfunk, Fernsehen -, um die beschämende Situation der Literatur in Luxemburg bloßzustellen,
  • dass die so genannte Literatur"politik" aufhört, "à la tête du client" gemacht zu werden und eine Auseinandersetzung darüber in aller Öffentlichkeit und nicht im stillen Ministeriumskämmerlein stattfindet,
  • dass Luxemburgs Autorinnen und Autoren deutlich machen: Wir haben es endgültig satt, als Kulturbürger dritter Klasse abgefertigt zu werden.

    Guy Wagner


 

© LSV, MCESR, Georges Hausemer & Guy Wagner, 2009