No.41



Guy Helminger hat's satt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich finde eine Lesung (ob Schule oder nicht) für 100 Euro inakzeptabel. Der Tarif in Deutschland beträgt 250 Euro. Warum wird man ausgerechnet im reichsten Land Europas so schäbig bezahlt? Deshalb habe ich eine Mail an Frau Zeimes, Herrn Wengler und Colette Mart geschickt, die ihr unten lesen könnt. Ich habe nicht alle Mail-Adressen der Luxemburger Kollegen, aber wer auch der Meinung ist, daß diese Bezahlung unzumutbar ist, kann die Mail gerne weiterleiten.

Herzliche Grüße

Guy Helminger

* * *

Sehr geehrte Frau Zeimes, sehr geehrter Herr Wengler, liebe Colette Mart,

wie bereits in meinem Brief an des Erziehungsministerium (veröffentlicht im Luxemburger Land am 9. März 2007) möchte ich noch einmal meinem Unmut Ausdruck verleihen. Wer Autoren für eine Lesung (egal ob Schule oder sonst wo) 100 Euro Honorar anbietet, zeigt nichts weiter als seine Geringschätzung für diese Berufssparte. Das ist in Luxemburg nichts Neues, geht mir aber mittlerweile derart gegen den Strich, daß ich einfach laut werden muß. Luxemburg gehört zu den reichsten Ländern Europas und behandelt seine Autoren wie Bettler. Die Initiative, endlich Luxemburger Literatur in Schulen zu bringen, begrüße ich und ich würde gerne im Gymnasium lesen, aber nicht zu diesen Konditionen, die ich als Affront empfinde. In Deutschland beträgt der von der Gewerkschaft ausgehandelte Mindesttarif für eine Lesung 250 Euro. (Und natürlich verlangen bekanntere Autoren eine höhere Gage, wenn sie auftreten.) An diesen Mindesttarif  könnte Luxemburg durchaus andocken, wenn die zuständigen Behörden und Vereine es tatsächlich ernst meinten mit der Literatur und ihren Produzenten. Und genau dazu, zu dieser Ernsthaftigkeit, möchte ich Sie auffordern.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Guy Helminger

 

© LSV & Guy Wagner, 2008