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Guy Helminger
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zum Autor
Ich bin neugierig auf Guy Helminger, weil er mit einer geglückten sprachlichen Fügung, mit einem Gedicht als Sehhilfe sozusagen, Lyrik als präzisem und geeichtem, weil durch eigene Beobachtung der Realität auf seine Stimmigkeit hin überprüfbares, optischen Instrument, schlicht und einfach meinen Alltag verändert hat… Er liefert uns Lesern nicht das, was wir erwarten, sondern das, was wir wirklich brauchen: Literatur als Lebensmittel, unausdeutbare und verstörende Parabeln einer zweiten Wirklichkeit, durch die die uns umgebende erste Wirklichkeit erklärbar und damit überhaupt erst lebbar wird.
(Denis Scheck in seiner Laudatio auf G.H. zur Verleihung des Servais-Preises 2002)
Guy Helminger
schafft es mit nahezu aufreizender Lässigkeit, Töne anzustimmen,
die in der gegenwärtigen deutschsprachigen Lyrik selten zu hören
sind. (...) Mir scheint, mit ihm haben wir (endlich) sowas wie den designierten
Henri Michaux unserer Tage: einen Unbeirrbaren, schräg gegen den
Wind, mit einem Augenzwinkern, böse und doch gentle genug, ein
seltener Glücksfall eben!
(ndl zu „Ver- Wanderung“ 2002)
Helmingers
Kurzgeschichten sind Miniszenarien wie für Filme von David Lynch.
Was Wahn ist, und was Realität, weiß der Leser bald nicht
mehr zu unterscheiden. Aber Helmingers surreale Plots würden ihre
unheimliche Kraft nicht entwickeln, wenn die Sprache, von der sie getragen
werden, nicht so realistisch wäre. (...) Seinen Sätzen wohnt
Unheil inne. Als Psychogramm unseres Alltags sind diese Geschichten
aussagekräftiger als die meisten kürzeren Erzählungen
der letzten Jahre.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung zu "Rost" 2002)
Helminger
beherrscht die Erzählstruktur der Kurzgeschichte, ein Genre, das
konzentrierte Straffung und ausgeklügelte Wortgestik verlangt;
er pointiert mehr andeutend als offenlegend den jeweiligen Stoff zum
„einmaligen Erlebnis“. Seine Personen- und Milieuschilderungen
gewinnen durch seine Erfahrung als wort- und rhythmuskalkulierender
Lyriker an Dichte, an Sinnenhaftigkeit.
(D’Letzebuerger Land (Luxemburg) zu „Rost“ 2001)
Helminger
widerlegt mit „Rost“ das (...) von einem Großkritiker
bekräftigte „Naturgesetz“, dass ein guter Prosaautor
nicht zugleich gute Lyrik schreiben könne.(...) Die Sprache staut
sich oftmals in kleinen Wirbeln, die eine befremdende, eben poetische
Wirkung erzeugen und zudem den Anspruch einer bis ins Mikroskopische
gehenden Präzision der Beobachtung belegen.
(Stadtrevue (Köln) zu „Rost“ 2001)
„Rost“
verfügt über eine gewisse Dichte, einen lyrischen Klang und
bisweilen auch über besondere Suggestionskraft. (...)
(Edit - Papier für neue Texte (Leipzig) zu „Rost“ 2001)
Helminger
(...) präsentiert in seiner zweiten Hörspielarbeit (...) ein
Kabinett hermetisch in sich gekehrter Figuren - und schafft damit eine
Atmosphäre der unüberwindbaren Vereinzelung und Beklemmung.
(Kölner Stadtanzeiger zum Hörspiel „Fünf
Sekunden Leben“, WDR 2001)
Doch
der Eindruck, daß sich das Netz um die Protagonisten unweigerlich
immer enger zuzieht, geht mindestens zu gleichen Teilen auf die raffinierte
Dramaturgie des Textes zurück, die eine sprachliche Eigendynamik
der zunehmenden Verstrickung in Gang setzt.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung zum Hörspiel „Fünf
Sekunden Leben“ WDR 2001)
Gegliedert
durch einen Countdown, der fünf Sekunden auf fünfzig Minuten
dehnt, verbindet das Hörspiel elegant Außen- und Innenperspektive.
(...) Der raffinierte Text spiegelt diese zunehmende Verdichtung auf
der formalen Ebene wieder. (...) Ausgehend von einer alltäglichen
Situation gelingt Guy Helminger (...) ein intimes Gruppenporträt
von fünf Menschen, die sich erschreckend ausweglos ins Beziehungsgeflecht
ihres Lebens verstrickt und verbissen haben.
(Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, Jurybegründung
zur Wahl von „Fünf Sekunden Leben“ zum Hörspiel
des Monats März 2001)
Guy Helminger
legt mit Leib eigener Leib einen außergewöhnlichen Gedichtband
vor. (...) Die Diktion des Autors ist zweifellos eigen und souverän.
Helminger muß den eigenen Ton nicht suchen, er hat ihn. (...)Da
gibt es keine Flüchtigkeit, nichts Ungenaues, nichts, das daneben
gesetzt ist.
(Krautgarten - Forum für junge Literatur (Belgien) zu „Leib
Eigener Leib“ 2000)
Er versteht
es meisterhaft mit (...) Redewendungen zu spielen und mit poetischen
und phonetischen Stilmitteln zu arbeiten. (...) Und wer bereits einmal
die Möglichkeit hatte, Guy Helminger auf einer Lesung zu hören,
der weiß, daß die Gedichte dieses Autors noch mehr hergeben,
wenn er sie vorträgt.
(100,7 - Radio Socio-Culturelle (Luxemburg) zu „Leib Eigener
Leib“ 2000)
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